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Homöopathie Übersicht
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Homöopathie bei Tieren - allgemeine Einführung
Die sanfte, ganzheitliche und ökologisch vertretbare Therapie
Eine Informationsschrift der I.A.V.H. (Internationalen Gesellschaft für Veterinär Homöopathie) Wie Homöopathie funktioniert!
Die homöopathische Heilkunde ist eine natürliche, pharmazeutische Wissenschaft, bei der die körpereigene Abwehr durch sehr geringe Dosen natürlicher Substanzen aus dem Pflanzen-, Mineral-, und Tierreich stimuliert wird.
Im Unterschied zur Schulmedizin gibt es in der Homöopathie kein einziges Mittel, das für jeden Patienten mit der gleichen Erkrankung das richtige ist. Obwohl oberflächlich gesehen die gleiche Erkrankung vorliegen mag, sind die Symptome doch bei jedem Individuum anders.
Deshalb basiert die Wahl homöopathischer Mittel auf der in jedem Fall einzigartigen Kombination von Symptomen und nicht auf der "Krankheit", wie sie die Schulmedizin definiert. Die Individualisierung der Symptome ist eines der wichtigsten Prinzipien der Homöopathie.
Homöopathen suchen für jeden kranken Patienten ein individuell geeignetes Mittel. Dabei gehen sie vom Gesetz der Ähnlichkeit aus.
Das Ähnlichkeitsgesetz!
Der Begriff Homöopathie leitet sich von zwei griechischen Wörtern her:
homoios (ähnlich) und pathos (Krankheit oder Leiden). Das übergeordnete Prinzip der Homöopathie ist das Ähnlichkeitsgesetz, das besagt, daß eine Substanz bei der Heilung derjenigen Symptome helfen kann, die sie auch selbst hervorruft. Um zu ermitteln, welches Mittel welche Symptome erzeugt, führt man "Prüfungen" an gesunden Menschen und (seltener) an Tieren durch. Die meisten gängigen homöopathischen Arzneimittel werden aus Giften hergestellt, etwa aus Arsen, Giftsumach oder Bienengift.
Da aber bei der Herstellung der Mittel nur äußerst geringe Mengen des Stoffes nach einem speziellen Verfahren verarbeitet werden, gelten Homöopathika allgemein als ungefährlich.
Kleine Dosis, Grosse Wirkung!
Die großen Kontroversen, die es immer wieder um die Homöopathie gegeben hat, entzünden sich vor allem am Prinzip der extrem kleinen Dosen. Skeptiker stellen deshalb die ganze Methode in Frage, weil sie nicht einsehen, dass so kleine Dosen irgendeine Wirkung haben können. Für sie sind Homöopathika nicht mehr als "Placebos". Mit anderen Worten: Die Patienten bilden sich bloß ein, daß ihnen die Mittel helfen. Die Erfolge bei der homöopathischen Behandlung von Tieren wiederlegen diese Behauptung eindeutig. Zugegeben, es ist nur schwer zu begreifen, wie so kleine Dosen eine so machtvolle Wirkung entfalten können. Doch die Wirkung der Homöopathika wird durch eine zunehmende Zahl wissenschaftlicher Forschungen und durch eine ungeheure Menge positiver Erfahrungen von Therapeuten und Patienten bestätigt.
Obwohl die meisten Lebewesen auf unserem Planeten sich durch bestimmte erstaunliche Sinnesleistungen auszeichnen, gehen die Kritiker der Homöopathie davon aus, daß ein Organismus nur das registrieren kann, was tatsächlich sichtbar oder messbar ist.
Grenzen der Homöopathie!
Homöopathische Arzneimittel sind nicht allmächtig. Sie sind z. B. kein Ersatz für eine notwendig gewordene Operation oder für Erkrankungen, die auf Fehlernährung basieren.
Deshalb sollte die Homöopathie stets in der Hand eines geschulten Therapeuten bleiben, der die Kompetenz besitzt zu entscheiden, wann er homöopathische Arzneimittel einsetzt und wann sich eine andere medizinische Maßnahme als notwendig herausstellt. Gelegentlich kann die Homöopathie auch eine gut begleitende Maßnahme darstellen (z.B. bei Frakturen). Auch wenn die Homöopathie durchaus ihre Grenzen besitzt, wie jede andere Therapieform so gilt doch das Fazit: Homöopathie gehört zu den wenigen medizinischen Richtungen, bei denen die körpereigene Abwehr unterstützt wird, anstatt sie zu behindern.
Homöopathie in der Veterinärmedizin
Bereits zu Lebzeiten Samuel Hahnemanns, dem Begründer der Homöopathie, also vor fast 200 Jahren gab es in der Tierheilkunde gute Erfolge mit homöopathischen Arzneimitteln. Die erste Veröffentlichung stammt aus dem Jahre 1815.
Seitdem hat sich die Homöopathie in ihren Grundsätzen nicht geändert, anders als viele verbreitete medizinische Lehren und Moden, die sich als Irrtümer herausstellten.
Heute ist das Interesse an der Tierhomöopathie größer den je zuvor, weil zunehmend eingesehen wird, dass Eingriffe in den menschlichen und tierischen Körper sowie in die Ökologie der Umwelt in bis vor kurzem ungeahnter Weise zum schädigenden Faktor für alle Lebewesen werden und weil zunehmend erkannt wird, dass nichts besser funktioniert als die Natur selbst, sofern sie ökologisch, d.h. im Gleichgewicht sein darf. Die starke Abhängigkeit der menschlichen Nahrung vom Tierfleisch und tierischen Produkten einerseits, und die in immer größerer Anzahl auch beim Tier auftretenden Schäden durch Arzneiwirkungen andererseits zwingen daher den praktischen Tierarzt, nach Therapieformen zu suchen, die zuverlässig wirken und dabei keine schädigenden Nebenwirkungen haben. Leider wird die Verbreitung der Homöopathie sowohl in der Humanmedizin wie auch in der Tiermedizin erheblich durch die enorme Schwierigkeit behindert, sie praktisch zu beherrschen. In der Veterinärmedizin werden deshalb seit Jahren aufeinander aufbauende Intensivschulungskurse durchgeführt. Absolventen dieser Schulungskurse können nach Prüfung vor der Tierärztekammer die Zusatzbezeichnung Homöopathie erlangen.
Nur die Zusatzbezeichnung ist zur Zeit ein sicherer Hinweis dafür, dass sich der Tierarzt umfassend mit der Homöopathie beschäftigt hat.
Der ZÄN (Zentralverband der Ärzte für Naturheilverfahren Alfredstr. 21 72250 Freudenstadt)
teilt Ihnen auf schriftliche Anfrage mit, wo sich in der Nähe Ihres Wohnortes ein Tierarzt befindet, der Naturheilverfahren und speziell Homöopathie in seiner Praxis anwendet. Für die Bearbeitung wird eine Gebühr von DM 4.- erhoben, die dem Schreiben an den ZÄN in Form von Briefmarken beizulegen ist.
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von Dr.med.vet. Hartmut Krüger, Bensheim
Homöopathie (ursprünglich Homöopathik). Von Samuel Hahnemann Anfang des 19.Jhdts.eingeführte Bezeichnung der von ihm wissenschaftlich begründeten Methode, abgeleitet aus den griech. Wortteilen ‘homoios’ omoios =ähnlich und ‘pathos’ pathos =Leiden.
Die Homöopathie ist eine allgemeine medizinische Wissenschaft, die sich auf alle Teilbereiche der Medizin und auf alle biologischen Lebensformen erstreckt. Die in der Homöopathie ausgeübte Therapie ist arzneiliche, individuelle, selbstheilungsfördernde Regulationstherapie.
Als arzneiliche Heilmethode (Pharmakotherapie) sind die Arzneimittel der Homöopathie und die besonderen Methoden zu ihrer Erforschung, Prüfung und Herstellung auch Bestandteil der Pharmakologie und Pharmazeutik.
Der therapeutische Grundsatz der H. lautet:
Wähle, um sanft, schnell, gewiss und dauerhaft zu heilen, in jedem Krankheitsfall eine Arznei, welche ein ähnliches Leiden für sich erregen kann, als sie heilen soll. Oder:
Ähnliches soll mit Ähnlichem geheilt werden (Similia similibus curentur). S.HAHNEMANN
Der Arzt und Chemiker Samuel HAHNEMANN (1755-1843) legte mit seinen methodischen Schriften* und mit seinen pharmakologischen Werken zur homöopathischen Materia Medica** die heutigen, wissenschaftlichen Grundlagen der Homöopathie. Hahnemann prüfte selbst etwa 100 Arzneisubstanzen. Der heutige Arzneimittelschatz der Homöopathie, die Materia Medica Homöopathica, umfaßt etwa 2000 Arzneistoffe, davon etwa 1000 geprüfte. Ständig werden neue Stoffe auf ihre arzneiliche Wirkung geprüft. Alle Arzneimittel wurden und werden ausschließlich an gesunden menschlichen Probanden geprüft. Alle geprüften Arzneimittel stehen auch für die Tierärztliche Homöopathie zur Verfügung. Frühere Versuche zur Erstellung spezieller Arzneimittelbilder für den Einsatz an Tieren waren unergiebig, weshalb diese Versuche zugunsten der Übertragung menschlicher Prüfungsergebnisse auf die Erfordernisse der Tiermedizin verlassen wurden. Die Erfolge mit dieser sogen.’Übertragungslehre’ rechtfertigen diesen wissenschaftlichen Ansatz.
Während einer Arzneimittelprüfung entwickelt jeder Proband sein individuelles Symptomeinbild, abhängig von seiner Ausgangslage und seiner Eigenregulation. Ebenso erkrankt jeder Patient, der eine bestimmte Ansteckung erfährt, in seiner individuellen Art und Weise, trotz identischer klinischer Diagnose.
Hahnemann bewies, dass es vor allem die individuellen, weniger die krankheitstypischen Zeichen sind, auf die es beim Ähnlichkeitsvergleich zwischen den Zeichen und Symptomen des Patienten und den AM-Prüfsymptomen ankommt. Diesen Vergleich zwischen Patientenbild und Arzneimittelbild, bzw. diesen Vorgang der Auswahl des ähnlichsten Arzneimittels (Simillimum) aus einer Reihe Ähnlicher (Similia), bezeichnet man als Arzneimittelwahl oder Arzneimitteldiagnose.
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* ‘Versuch über ein neues Prinzip zur Auffindung der Heilkräfte der Arzneisubstanzen...’ (1796)
Organon der rationellen Heilkunde (1.Aufl. 1810; ab 2.Auflage umbenannt in ‘Organon der Heilkunst’)
Die Chronischen Krankheiten Band 1 (1828)
** Reine Arzneimittellehre, 6 Bände (1811-1821
Die Chronischen Krankheiten Band 2-5 (1828-1839)
Auf der individuellen, spezifischen Affinität oder Idiosynchrasie beruht die erhöhte Empfindlichkeit des Patienten gegenüber seinem nach Ähnlichkeit gewählten (= homöopathischen) Arzneimittel. Diese spezifische Affinität, die nur durch Ähnlichkeits-Vergleich ermittelt werden kann, ist die Grundlage für die tiefgreifende Wirkung extrem verdünnter Arzneikonzentrationen in den homöopathischen Dosen.
Die schrittweise Verdünnung und Verschüttelung oder Verreibung ***(mit Alkohol/Wasser bzw. Laktose als Trägerstoff) diente ursprünglich der einfachen Abreicherung toxischer Arzneipflanzen oder Gifte in ungefährliche Bereiche und der Schaffung optimaler Homogenität innerhalb der Mischung. Hahnemann entdeckte, dass mit dem Verschwinden der Giftwirkung die Arzneiwirkung dennoch erhalten blieb, ja sogar bei weiterer Verdünnung und Verschüttelung noch verstärkt wurde. Daher wurde für diese Form der Abreicherung anstelle der einfachen Verdünnung der Begriff ‘Potenzierung’ eingeführt
Bei der Potenzierung erfolgt eine Imprägnation der physikalisch-chemischen Eigenschaften des Arzneistoffs auf den Trägerstoff, und von diesem wiederum auf weitere Trägerstoffmoleküle in Form pseudokristalliner Aggregate (Cluster) mit informativem Gehalt. Die sogen. Merkfähigkeit der K-Komponente des Wassers (Kristallwasser) spielt hierbei eine tragende Rolle. In den ersten Potenzierungsschritten (Tiefpotenzen) wird die Vergrößerung der äußeren und inneren Oberfläche der eingebrachten Arzneisubstanz durch 10 bis 100 Schüttelschläge, oder durch einstündiges Verreiben im Mörser erreicht. Dadurch werden die Bedingungen für intensiven Kontakt des Arzneistoffs mit der Oberfläche des Trägerstoffs geschaffen. Die Energien des Bearbeitungsprozesses stehen den aktiven Zentren an der Oberfläche zur unmittelbaren Abnahme des energetischen Fingerabdrucks dieser Arzneisubstanz zur Verfügung. Neben der materiellen, chemisch-pharmakologischen Wirksamkeit, die bis zur Avogadro-Zahl 10hoch-23 erhalten sein kann, baut sich kontinuierlich und parallel dazu eine physikalisch zu interpretierende (jedoch nicht ‘immaterielle’, da immer noch an den Trägerstoff gebundene), ebenso arzneimittelspezifische Wirksamkeit auf, die schließlich bei weiterer Potenzierung die alleinige arzneiliche Qualität der homöopathischen Potenzen ausmacht (Hochpotenzen).
In der Tierärztlichen Homöopathie werden alle Potenzierungsstufen genutzt.
Die Homöopathie strebt bei Mensch und Tier die Anwendung eines Einzelnen Mittels (des Ähnlichsten=Simillimum) in Einzelgaben an,. welche nach Möglichkeit bis zu den ersten Anzeichen wieder zunehmender Beschwerden auswirken sollen. Die Nachdosierung erfolgt je nach Aktualität oder Chronizität und je nach Schweregrad ganz in Abhängigkeit von den individuellen Beschwerden. Das kann schon nach Minuten erforderlich sein, oder nach Stunden, oder erst nach Tagen, Wochen oder Monaten.
Neben der Einzelmittelanwendung wird auch die gleichzeitige oder abwechselnde Gabe von 2 oder mehr Mitteln in gleichen oder unterschiedlichen Potenzstufen praktiziert. Auch die Verwendung
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*** Üblich sind Abreicherungsschritte von 1:10 (Dezimal-oder D-Potenzen),
von 1:100 (Centesimal- oder C-Potenzen, und
von 1:50.000 (Quinquagintamillesimal- oder Q-Potenzen, welche wegen der lat.Schreibweise von 50.000
auch LM-Potenzen genannt werden)
Die Zahl vor oder hinter dem D, C oder Q bzw.LM gibt dann die Zahl der Potenzierungsschritte an.
Eine D4 entspricht also mengenmäßig einer Verd.von viermal 1:10 (d.h. einer Endkonzentration des
Ausgangsstoffs von 1:10.000)
von fertigen Kombinationen aus mehreren Einzelmitteln (sogen.Komplexmittel), die nach festen Dosierungsvorgaben angewendet werden, ist eine Anwendungsform der Homöopathie. Diese Arzneimittel werden nach denselben Regeln der homöopathischen Pharmakopoe**** hergestellt und wirken ebenfalls nach dem Ähnlichkeitsprinzip, wenngleich sie überwiegend nach festständigen Indikationen eingesetzt werden. Mit Rücksicht auf eine klare wissenschaftliche Sprachregelung und zur Unterscheidung von der Einzelmittel-Anwendung, wird diese Art der Therapie in der Literatur häufig als biologische Therapie mit homöopathischen Mitteln bezeichnet.
Zur Behandlung mit der homöopathischen Methode eignen sich diejenigen Erkrankungen oder Teil-Erkrankungen, die nicht zur Ursachenbeseitigung andere Maßnahmen erfordern, wie chirurgische, diätetische oder substitutive Maßnahmen. Ferner Erkrankungen, die noch nicht zu fortgeschrittenen irreversiblen Organveränderungen geführt haben. Hier hat die Homöopathie als Regulationstherapie naturgemäß ihre Grenzen bzw. Kontraindikationen. In solchen Fällen beschränkt sich die homöopathische Hilfe auf palliative Linderung der Beschwerden ohne Heilungsanspruch, oder auf flankierende Maßnahmen mit dem Ziel der Einsparung toxischerer Medikamente (gefährliche Interaktionen zwischen homöopathischen und anderen medizinischen oder sonstigen Maßnahmen sind übrigens nicht zu befürchten). Den Wert derartiger homöopathischer Palliationen sollte man nicht gering schätzen.
Innerhalb dieser Grenzen und solange noch ausreichendes Regulationspotential vorhanden ist, lassen sich alle verbleibenden Fälle homöopathisch behandeln. Besonders in Bereichen, in denen die orthodoxe Medizin an Grenzen stößt (z.B. bei Viruskrankheiten, chron. Krankheiten, Verhaltensstörungen, psychosomatisch bedingte Störungen) hat die Tierärztliche Homöopathie beeindruckende Erfolge. Nicht selten ist sie dort sogar die einzige sinnvolle medizinische Therapie.
Die Anwendung am individuell betreuten Einzeltierpatienten ist selbstverständlich die beste Arbeitsbedingung. Aber auch größere Tierbestände lassen sich von erfahrenen homöopathischen Tierärzten erfolgreich behandeln. Hierbei wird der Fall und die klinische Situation nicht nur auf der Ebene des Einzeltieres sondern auf der Ebene des gesamten Kollektivs beurteilt, wobei der Bestand wie ein kollektiver Organismus anhand seiner Lebensumstände, seiner speziellen pathogenen Faktoren und Stressoren, seines Gesamtverhaltens und seiner vorherrschenden, gemeinsamen Symptomatik individualisiert wird.
Die Spezialisierung zum homöopathischen Tierarzt ist durch Weiterbildungsgänge geregelt, die erst im Anschluss an das vorgeschriebene Studium der Tiermedizin absolviert werden können. Anders als in der Humanmedizin, gibt es an den veterinärmedizinischen Fachbereichen der Universitäten oder an Tierärztlichen Hochschulen noch keine offiziellen Lehraufträge für Homöopathie (lediglich an der TÄ Universität Wien existiert ein externe Lehrauftrag außerhalb des Lehrplans).Die Weiterbildung wird von den TÄ-Kammern geregelt und von privaten Fortbildungseinrichtungen und von gemeinnützigen tierärztlichen Gesellschaften, wie der ATF e.V. und der GGTM e.V. organisiert und fachlich betreut.
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****In Deutschland ist das Homöopathische Arzneibuch (HAB) als Bestandteil des offiziellen Arzneibuchs (DAB) die geltende Pharmakopoe.
Nach 3-4j. Weiterbildung, während der bereits eigene, praktische Erfahrungen mit der Homöopathie gesammelt werden, und die mit der Erteilung der ‘Zusatzbezeichnung Homöopathie’ (in Österreich mit dem ‘Fachtierarzt für Homöopathie’) zunächst abgeschlossen wird, benötigt der homöopathische Tierarzt dann erfahrungsgemäß weitere 6-7 Jahre intensiver praktischer Tätigkeit, bis er die Methode in vollem Umfang anwenden kann. Es bestehen Bestrebungen, die Weiterbildungsgänge national und international zu vereinheitlichen, um die Tierärztliche Homöopathie auf ein hohes gemeinsames Niveau und ein sicheres wissenschaftliches Fundament zu stellen.
Copyright GGTM 1997
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Pulsatilla
(Wiesenküchenschelle blüht auf unbewaldeten Höhen, die dem Wind ausgesetzt sind)
Allgemeines:
sehr gut geprüftes Mittel sogenannter Polychrest. Mehr bei jungen meist weiblichen als bei alten Tieren angezeigt. Grundzüge sind Milde, Wechselhaftigkeit und Trockenheit; passt am Ende akuter (kein Anfangsmittel) und am Anfang chronischer Erkrankungen.
Konstitution:
Typ hellhäutig-hellhaarig, Haarkleid weich und fein, harmonischer Körperbau, runde Formen, anhänglich, zart, schlaffer Gewebetonus, eher blutarm, nachgiebig aber auch stur (Zeichen der Launenhaftigkeit).
Mischung aus Schüchternheit und Freundlichkeit z. B. Kuh leckt gerne, wird jedoch schüchtern in dem Moment wenn man sie streicheln will, nach Überwindung der Schüchternheit lassen sie sich gerne trösten, sehnt sich nach Mitleid, neigen zum Dick werden.
Leitsymtome:
Milde aller Ausscheidungen; Ausscheidungen gelb-grünlich, eitrig, dick, rahmartig (Vagina, Augen, Nase, Ohren, Bronchien); Fehlen von Durst bei nahezu allen Beschwerden (obwohl Durst zu erwarten wäre z. B. trockenes Maul, Fieber oder nach Geburt); ständiger Wechsel der Symtome: Durchfall nach Farbe und Konsistenz wechselnd, Mastitis springt von einem Viertel auf das Andere, Fieberschübe wechselnd usw.; viele Symtome abends deutlicher. Alles zu spät z.B. Eisprung verzögert, erste Brunst sehr spät, Tier reagiert auf Therapie nur langsam, sind nie die Ersten z. B. beim Fressen.
Modalitäten (Begleitumstände):
Verschlimmerung:
seit Eintritt der Geschlechtsreife (Menses)
in warmen geschlossenen Räumen
abends, in der Dämmerung
warme Anwendungen, Hitze
Besserung:
an der frischen Luft
liegen auf der schmerzhaften Seite
kalte Luft oder kühles Zimmer
kaltes Essen und Trinken
kalte Anwendungen
durch Trost
durch Ingangkommen der Absonderungen
Krankheitssymtome nach Kopf-Fuß Schema
Verhalten
schüchtern, unentschlossen, langsam, zögerlich, trostsuchend, liebesbedürftig, weinerlich, eifersüchtig, stark wetterfühlig, richtige Schmusekatzen, Bewegungsdrang.
Kopf
Erkältungen schlagen sich auf die Augen Lider rot, geschwollen, Tränen reichlich, Otitis externa und Konjunktivitis mit Pulatilla Sekret, Maulschleimhaut sehr trocken und dabei kein Durst.
Atmungsorgane
Schnupfen mit mildem dicken Sekret, aber auch wechselnd mal Fließschnupfen dann wieder verstopft, trockener, krampfartige Husten, abends schlimmer, morgens lockerer. Auswurf von gelben Schleim.
Herz und Kreislauf
Venosität, Varizen (Eutervenen schon bei Jungkühen groß), Blutungen passiv dunkel aus allen Schleimhäuten, langsame venöse Zirkulation, kalte Extremitäten.
Verdauungsorgane
Zunge dick, weißlich belegt, Bläschen auf der Zungenspitze, Appetitlosigkeit, Gastritiden Erbrechen von warmen Futter, Unverträglichkeit von Fettem, Kaltes wird nicht erbrochen aber Gefrorenes oder sehr kaltes Futter wird auch nicht vertragen Durchfall. Erbrechen hört bei leerem Magen auf. Durchfälle wechselnd in Farbe und Konsistenz.
Geschlechtsorgane
weiblich:
Afunktion der Ovarien, Brunstzyklus zu lang, stille Brunst, Uterus klein unterentwickelt oder involviert, Unterussenkung, Lochialstau, Endometritis mit Pulsatilla Ausfluss.
Bewegungsapparat:
Gelenke geschwollen, rot, steif, heiß speziell an den Knien, Schmerzen wechseln oft von einem Gelenk auf das Andere.
Wärmeregulation:
kalte Extremitäten, Fieber mit Frost ohne Durst, trotz Frieren Abneigung gegen Wärmeanwendungen.
Bewährte Indikationen
P. wirkt langsam und am bestens wenn der Typ passt! Vor allem bei Jungtieren z.B. bei Kalbinnen.
-beginnende chronische Endometritis mit typischem Sekret.
-zu schwache Brunst bei Kalbinnen, verzögerte Geschlechtsreife, Ovarien physiologische Größe.
-offene Pyometra bei der Hündin kein Durst
-verzögerter Eisprung
-zu langer Zyklus
-symtomlose Sterilität bei Jungtieren
-Lactatio falsa bei der Hündin
-Milchmangel, Milch hochziehen bei Pulsatillatypen (wollen liebevoll angerüstet werden).
-großes geschwollenes, schmerzhaftes Euter, aus dem p. p. nur 2-3 Liter Milch ermolken werden können( in Verbindung mit Asa foetida)
-Katzenschnupfen mit typischem Sekret
-Otitis mit typischem Sekret
-Lochialstau, Wehenschwäche, mangelhafte Nachwehen
-Durchfälle, die dauernd in Farbe und Konsistenz wechseln
-Schmuse-Welpen mit P. Ausfluss, Harnträufeln und Dermatitis im Bereich der Vulva.
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Hautverletzungen bei Tieren
Vorbemerkung
1)Verletzungen der Haut bei Tieren sehen oft harmloser aus, als sie sind, da oft das Fell das Ausmaß der Wunde verdeckt. So gehen z. B. Bisswunden nach Raufereien oft bis tief in die Muskulatur oder sogar bis in die Körperhöhlen.
2) Die Gabe eines passenden Homöopathikums ersetzt nie die fachgerechte Wundreinigung und die chirurgische Versorgung mittels Wundnaht durch dem Tierarzt!!!
Folgende Homöopathika haben sich bei der Behandlung von Hautwunden bewährt:
Aconitum napellus-Sturmhut
Aconitum hilft, wenn das verletzte Tier nach der Verletzung geschockt und stark verängstigt ist. Es zeigt weite, angstvolle Augen, ist unruhig und hat einen schnellen Puls. Aconitum kann auch helfen, wenn sich ein Tier nach einem Angsterlebnis nicht so recht erholt und es tagelang verängstigt bleibt.
Arnica montana-Bergwohlverleih
Wird sehr häufig bei Verletzungen eingesetzt. Tier ist nach der Verwundung sehr müde und zerschlagen (Mensch: wundes, lahmes, Gefühl im ganzen Körner, fühlt sich wie zerschlagen). Das Tier ist unruhig und gleichzeitig müde. Es will Ruhe und lässt sich nur ungern anfassen. Arnica hilft bei Verletzungsschock und hat eine blutstillende, krampflösende und beruhigende Wirkung. Wird oft bei frischen Verletzungen mit Blutungen, Quetschungen der Weichteile und Blutergüssen eingesetzt.
Calendula-Ringelblume
Kann sowohl innerlich als auch lokal in der Tinktur angewendet werden. Fördert die Granulation der Wunden z. B. bei ä, ausgefransten Risswunden, die nicht mehr genäht werden können, ist es sehr hilfreich. Verhindert überschießende Wundeiterungen. Gutes Mittel bei infizierten Wunden.
Ledum palustre-Sumpfporst
Bei punktförmigen Verletzungen durch spitze Gegenstände, wie Nadeln, Nägel, Bisse, Insektenstiche. Typischerweise fühlt sich die verletzte Stelle eiskalt an. Kaum Eiterung.
Hypericum perforatum-Johanniskraut
Verletzungen an Körperteilen, die reich an Nerven sind d. h. an Pfoten, Klauen, Hufen und Zitzen. Diese Verletzungen sind äußerst schmerzhaft z. B. ist von außen an der Pfote nur eine kleine Verletzung sichtbar das Tier lahmt aber hochgradig. Hypericum ist das Arnica der Nerven.
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